Pädagogische Ziele und die Rolle der Erzieherin

Unser pädagogisches Handeln ist geleitet von einer wertschätzenden Grundhaltung mit großem Respekt vor der Einzigartigkeit jedes Kindes. Wir sehen es als wichtige Aufgabe an, das in der ersten Lebensphase erworbene Vertrauen des Kindes zu sich selbst und zu anderen weiterzuentwickeln und zu vertiefen. Dem wollen wir gerecht werden, indem wir versuchen, jedes Kind in seiner Persönlichkeit anzunehmen, seine Sorgen und Nöte ernst zu nehmen und seine Freude und sein Glück zu teilen. Dies schafft emotionale Verbundenheit und ist die Voraussetzung dafür, dass die Kinder im Kinderhaus eine Atmosphäre der Geborgenheit erfahren können.

Unsere Ziele sind

1. Starke, zufriedene Kinder

Unsere Erfahrung zeigt, dass es den Kindern in dieser Atmosphäre möglich ist, Eigenschaften auszubilden, die sie stark und zufrieden machen:
  • Motivation und Anstrengungsbereitschaft (Ausdauer) lernen
  • Langeweile aushalten können, aus Langeweile entsteht Kreativität
  • Entscheidungen treffen lernen und mit diesen Entscheidungen leben
  • Verantwortung übernehmen für sich und andere
  • Niederlagen einstecken lernen
  • Enttäuschungen aushalten lernen
Hierbei begleiten wir die Kinder, indem wir ihre individuellen Schritte respektvoll anerkennen, sie ermutigen und loben.

2. Selbständige, mutige Kinder

„Hilf mir es selbst zu tun“ (M. Montessori)

Wir wollen den natürlichen Drang des Kindes zum selbstständigen Tun unterstützen, indem wir
  • ihm Zeit geben
  • es selbst ausprobieren lassen
  • nicht sofort Hilfen und Lösungsmöglichkeiten anbieten
  • es ermutigen, sich etwas zu zutrauen
  • seine individuellen Vorgehensweisen zu akzeptieren
Damit ermöglichen wir dem Kind, sich als selbstwirksam zu erleben und Freude und Stolz über seine gelungene Handlung zu fühlen.

3. Gemeinschaftsfähige, fröhliche Kinder

Gemeinschaftserfahrungen sind sehr wichtig für die emotionale Entwicklung von Kindern. Das Kinderhaus ermöglicht den Kindern sich für eine bestimmte Zeit im Tagesablauf von der Familie zu lösen, in einer Gruppe zu leben und neue soziale Beziehungen aufzubauen. Die Kinder üben so soziales Verhalten ein und lernen z. B. Regeln einzuhalten, zu teilen, Rücksicht zu nehmen, zu helfen, Stärken und Schwächen bei sich und anderen zu akzeptieren. Sie erleben die gesamte Gruppe und sich als einen Teil davon und erfahren:
Ich bin wichtig, ich gehöre dazu.

Bei Konflikten geben wir den Kindern Hilfestellung eigene Lösungsmöglichkeiten für ihre Probleme zu finden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kinder dabei sehr kreativ sind und eigene Lösungen eher akzeptieren. Durch liebevolle Zuwendung geben wir den Kindern Orientierung, Sicherheit und Halt. In unserem Handeln sind wir zuverlässig und einschätzbar.

Vor allem bei Festen, Feiern und gemeinsamen Mahlzeiten versuchen wir eine freundliche und fröhliche Atmosphäre zu schaffen, bei der Gemeinschaft besonders erlebbar wird.

4. Achtsame, respektvolle Kinder

Die Vermittlung eines Werteverständnisses steht im Mittelpunkt unserer Erziehung. Dazu gehören z. B. der sorgsame Gebrauch von Spielmaterial, der verantwortungsbewusste Umgang mit Eigentum (Rucksack, Turnbeutel, …), die bewusste Verwendung von Lebensmitteln und der schonende Umgang mit der Natur. Am Wichtigsten aber ist uns das tägliche Miteinander, das von gegenseitigem Respekt und Rücksichtnahme geprägt sein soll. Unser Ziel ist es, dass folgende Werte für die Kinder verständlich sind und zur Umgangskultur werden:
  • Alle Menschen dieser Welt sind gleich wertvoll
  • Die Natur, die Tiere und Pflanzen sind achtens- und schützenswert
  • Konflikte können ohne Gewalt gelöst werden
  • Der Umgangston und die Umgangsformen sollen von Achtung geprägt sein
  • Gefühle wie Zorn und Wut dürfen geäußert werden, sollen aber den anderen nicht verletzen
Entscheidend ist es dabei, den Kindern in vielfacher Hinsicht ein positives Vorbild zu sein. Dies gilt insbesondere auch im Hinblick auf ein gelingendes Miteinander, das den jeweils anderen in allen Aspekten seiner Andersartigkeit ernst nimmt.

5. Interessierte, neugierige Kinder

Es ist ein ureigener Drang des Kindes, sich die Welt zu erschließen.

Wir sehen unsere Aufgabe darin, eine anregende Umgebung zu schaffen, die das Kind unterstützt, seine Potenziale zu entfalten. Wir schaffen Impulse in den unterschiedlichsten Bereichen, die es dem Kind ermöglichen, sich sein erstes Weltwissen anzueignen. Dabei vertrauen wir darauf, dass jedes Kind neugierig ist, lernen will und lernen kann. Wir haben Geduld und Verständnis für die Wege, die es dabei einschlägt.

 

 

 

 

 

"Hilf mir es selbst zu tun" (Maria Montessori)

 

 
 

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